Rezension | Eva Fay „Mein Licht in der Dunkelheit“

240 Seiten | Einzelband | 05.08.2019 | Forever Verlag | 3,99€ | Hier kaufen
 
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Inhalt

Der dramatische Liebesroman von Eva Fay – über die Liebe, Schicksalsschläge und eine schwere Entscheidung

Mia hat eine schwere Zeit hinter sich. Der Vater ihrer kleinen Tochter Lani ist vor einigen Jahren von einem Tag auf den anderen verschwunden und Mia arbeitet nun jeden Tag hart in ihrem New Yorker Blumenladen, um für ihre Familie zu sorgen. Als bei Lani auch noch eine Form von Autismus diagnostiziert wird, bricht Mias Welt vollends zusammen. Um sie auf andere Gedanken zu bringen, nimmt ihre beste Freundin sie mit zu einem Konzert, bei dem die beiden den sympathischen Maddox kennenlernen. Mia verbringt einen unvergesslichen Abend mit ihm, bevor sie nach New York und in ihr Leben zurückkehrt. Als Maddox jedoch kurz darauf vor ihrem Blumenladen steht, ist Mia hin- und hergerissen. Kann sie einem Fremden erlauben, sich in Lanis und ihr Herz zu schleichen? Was, wenn Maddox nicht der ist, für den sie ihn hält?

 

Erster Satz

Es gibt Tage, an denen hat man das Gefühl, auf der Gewinnerseite des Lebens zu stehen.

Meine Meinung

Sowohl Titel, als auch Cover haben mir gleich gefallen. Und auch der Klappentext klingt sehr viel versprechend, weswegen ich gleich sehr gespannt auf den Inhalt war. Von der Autorin kannte ich zuvor kein weiteres Buch.
 
Wir treffen zunächst auf Mia, die in ihren jungen Jahren alleinerziehende Mutter einer 4-Jährigen Tochter, sowie selbständig mit einem Blumengeschäft ist. Der Vater ihres Kindes hat sie ohne Vorwarnung sitzen gelassen und nun wird bei ihrer Tochter eine Form des Autismus diagnostiziert. Trotzdem stemmt sie all das hervorragend, weil ihre liebevollen Eltern ihr eine große Stütze sind.
Maddox hatte kaum eine Kindheit, weswegen er nun als erwachsener Mann häufig überfordert ist. Frauen gegenüber weiß er sich nicht gegenüber auszudrücken, er kennt keine Dates und eine liebevolle Familie erst recht nicht. Dennoch ist er ein sympathisches Kerlchen, das sich nach nichts außer Normalität sehnt.
Beide Figuren waren mir nicht unsympathisch, aber bei beiden fehlte mir … etwas. Bei Maddox haben wir zwar eine verkorkste Kindheit, aber die erklärt kaum sein heutiges Verhalten. Er hatte für mich kein klares Charakterbild, etwas, das ihn ausmachte. Ähnlich ging es mir bei Mia aber auch. Über sie erfährt man sogar noch weniger, würde ich sagen. Das, was sie ausmachte waren ihr Kind, ihr verschwundener Verlobter und der Blumenladen. Auch sie war für mich kein fester Charakter. Es wirkte eher relativ zusammen gewürfelt, um überhaupt etwas über die Figuren sagen zu können, als dass hier ein bestimmtes Charakterbild verfolgt wurde.
 
Der Schreibstil war okay, aber auch nicht sonderlich herausragend. Ich konnte es zwar ganz gut lesen, aber dennoch haben mich zu viele Kleinigkeiten, wie sehr abgehakte oder trostlos wirkende Sätze, gestört. Insgesamt fehlten mir die Emotionen, die Leidenschaft in den Sätzen.
 
Die Handlung hatte ich mir ebenfalls anders vorgestellt, deutlich vertiefter, als sie es schlussendlich war. Und das in allen Bereichen.
Dass Mias Tochter, Lani, mit Autismus diagnostiziert wird steht schon im Klappentext – überhaupt erst ein Grund für mich, dieses Buch lesen zu wollen! Leider fehlten mir da deutlich mehr Bezugspunkte. Es gibt zwei, vielleicht drei Arztbesuche, keine Erklärungen für mich – ich kenne mich wirklich kaum aus – und allen voran eine Mutter, die diese Krankheit durchweg nicht wahrnehmen möchte. Den letzten Punkt kann ich zwar realistisch gesehen durchaus nachvollziehen. Aber nach einer solche Diagnose hätte ich mit einem anderen Verhalten von Mia gerechnet und mit einem aufklärenderen Umgang auch für uns Leser. Der Autismus wird zwar hin und wieder erwähnt, spielt aber für die Handlung überhaupt gar keine Rolle, wirklich null! Und das wäre so ein schöner Ansatz gewesen, um Autismus den Lesern näher bringen zu können und zu zeigen, was sich hinter dieser Krankheit verbirgt und wie es Kindern mit ihr geht. Leider wurde ich in dieser Hinsicht getäuscht und bin nach dem Buch genauso schlau was Autismus angeht, wie vorher.
 
Zudem war mir die Entwicklung zwischen Mia und Maddox zu trocken und zu schnell. Mir fehlte die Leidenschaft, mir fehlte das wirkliche Kennenlernen und Herantasten. Ich bin mir nicht sicher, aber ich glaube, dass das Buch sich auf gerade mal 2 Monate streckt, falls ich jetzt nichts komplett falsch verstanden habe. Und das ist mir zu schnell für die Erlebnisse der Beiden. Schon nach dem ersten Treffen habe ich mich gefragt, ob ich irgendetwas verpasst hätte. Auch im weiteren Verlauf wird das Tempo nicht gedrosstel und getoppt wird es von einem überzogenen Schluss. Dabei passiert so vieles, auch so vieles mit reichlich Potential, das mit einem langsameren Tempo wunderschön hätte werden können. So gab es einen großen Twist, der mich umgehauen hätte, wäre er nicht nach 2 Seiten wieder komplett vergessen. 
 
Es ist ein stetiges Hin und Her und eigentlich hat man kaum Pause von lauter Höhepunkten. Und das auf einer so geringen Seitenzahl, da hätte mir eine andere Gewichtung oder auch ein paar Seiten mehr besser gefallen.
Wäre die Autorin diese Geschichte etwas langsamer angegangen und hätte uns Leser mit mehr Informationen über Lanis Art von Autismus versorgt, hätte es eine wirklich schöne Geschichte werden können.
 

Fazit

Manchmal kritisiere ich langatmige Szenen in Büchern, hier hätte ich mir gerne zwischendurch etwas mehr Ruhe gewünscht, um einige Szenen wirklich schön präsentiert zu bekommen. Das Buch hatte eine Menge Potential, dass auch auf der geringen Seitenzahl hätte möglich gewesen sein können. Hätte man das Tempo ein wenig gedrosselt, ein wenig mehr Leidenschaft eingebracht und lehrreiche Szenen zu Lanis Autismus hinzugefügt, hätte die Geschichte mir wirklich gefallen können.
So hat es mich leider enttäuscht.
 
Eher 2,5 Schleifen

Trotzdem ein großes Dankeschön an den Verlag, sowie Netgalley für das Rezensionsexemplar!

Ein Kommentar bei „Rezension | Eva Fay „Mein Licht in der Dunkelheit““

  1. Ahoi!

    Ich hoffe mal, du verzeihst mir den kleinen Eigenwerbungsblock:
    Marys Bücherwelten sind nämlich umgezogen bzw. haben den Namen gewechselt. Ab sofort unter oceanlover zu finden – ich würde mich natürlich freuen, dich auch auf meiner neuen Seite wieder begrüßen zu dürfen! Die alten Links funktionieren damit nicht mehr. Außerdem ist endlich der Bericht von meiner sechsmonatigen Segelreise online; der Besuch lohnt sich also 🙂

    https://oceanlove–r.blogspot.com/2019/08/jubilaeum-und-ein-neuanfang.html

    Liebe Grüße
    Ronja (Mary)

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