Rezension | M. O’Keefe „Broken Darkness: So verführerisch“

Übersetzt von: Angela Koonen | 416 Seiten | Broken Darkness #1 |  22.01.2019 | KYSS | 12,99€ | Hier kaufen
 
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Inhalt

Eine dunkle Stimme
Als Annie McKay in dem Trailer, in den sie gerade eingezogen ist, ein Klingeln hört, ahnt sie nicht, dass dieser Moment ihr Leben unwiderruflich verändert. Sie findet ein zurückgelassenes Handy. Am anderen Ende der Leitung ist ein Fremder mit einer rauen Stimme: Dylan.
Eine geflüsterte Verführung
Dylan vermittelt ihr ein unerwartetes Gefühl der Sicherheit. Und so lässt sich Annie auf ein Gespräch mit ihm ein. Es bleibt nicht bei dem einen. Die Stimme in der Dunkelheit verführt sie, lässt sie sündige Dinge tun, die sie sich ohne ihn nie getraut hätte. 
Eine stumme Hoffnung
Es ist ein sinnliches Spiel zwischen zwei Fremden. Doch aus jedem Spiel wird einmal Ernst. Und sowohl Dylan als auch Annie haben gefährliche Geheimnisse …
 

Erster Satz

Flucht roch wie abgestandener Zigarettenrauch, großzügig übernebelt mit Raumerfrischer.

Meine Meinung

Vor ein paar Wochen habe ich mir überlegt, dass Hörbücher bestimmt eine ganz schöne Sache sind. Also habe ich zunächst auf Spotify geschaut und bin auf die Reihe Broken Darkness gestoßen, die in dem Moment auf Instagram total gehyped wurde. Also schnell herunter geladen und mal reingehört.
Die Handlung hörte sich sehr viel versprechend an, mal etwas neues und aufregendes. Leider habe ich das Hörbuch abgebrochen. Die Stimme der Sprecherin hörte sich in meinen Ohren leider alles andere als angenehm an und irgendwie hatte ich dann auch schnell keine Lust mehr auf den Inhalt. Durch Zufall bin ich in der Bibliothek wieder auf diesen Titel gestoßen und habe ihn mir mal mitgenommen, um wenigstens das Ende noch erfahren zu können.
 
Der Roman ist aus Annies Sicht in der Ich-Form geschrieben worden, einige Kapitel aus Dylans Sicht schleichen sich dazwischen – diese sind in der Er-Form verfasst. Der Schreibstil hat mir ganz gut gefallen, auch wenn er mich zu 100% packen konnte.

Annie landet während ihrer Flucht in einem Trailerpark, den sie als ihr neues Zuhause wählt. Sie ist schüchtern, zurückhaltend, ängstlich und steht das erste Mal alleine da. Sie würde gerne mehr aus sich heraus kommen, mehr aus sich machen, aber ist zu eingeschüchtert, um sich richtig öffnen zu können – bis Dylan kommt.
Wer Dylan eigentlich wirklich ist, erfährt der Leser erst zum Schluss des Buches, weswegen auch ich nicht viel dazu sagen werde. Er ist der geheimnisvolle Fremde, mit der rauen Stimme, der zwar fordernd, aber auch auch freundlich und rücksichtsvoll ist.

Ich konnte mit beiden Charakteren nicht viel anfangen, weil mir jegliche Berührungspunkte fehlten. Ich kann mich mit Annie nicht identifizieren, ich hätte sie auch nicht gern als Freundin, aber ich konnte sie verstehen und nachvollziehen.
Weil über Dylan so wenig bekannt gegeben wurde, konnte ich ihn nie einschätzen. Ist er Gut oder Böse? Freundlich und hinterhältig? Was ist sein Plan und warum handelt er so?
Eben weil man nicht viel erfahren hat, konnte ich mir noch kein wirkliches Bild von ihm bilden.
 
Die Handlung war zunächst ganz interessant. Zwei Fremde telefonieren per Zufall und eine … leidenschaftliche Telefon-Sex-Affäre entwickelt sich? So etwas habe ich zumindest bisher noch nicht gelesen.
Gleichzeitig lernen wir mit Annie gemeinsam den Trailerpark und seine weiteren Bewohner kennen. Es werden Themen angesprochen, die – leider – für viele Menschen Alltag sind, was ich als sehr wichtig empfunden habe. Es geht von häuslicher Gewalt, über Armut und Arbeitslosigkeit bis hin zu Knast-Vergangenheiten – ohne jetzt zu viel zu verraten.
Während wir also Annies Nachbarn kennen lernen und mitverfolgen können, wie Annie sich immer mehr Dinge traut, passiert eigentlich gar nicht ganz so viel. Zeitweise fand ich es auch ein wenig langweilig, weil über mehrere Passagen hinweg das gleiche erzählt wird, nichts weiteres passiert und es sich ein wenig im Kreis zu drehen scheint.
 
Bis die Spannungskurve dann kurz vorm Schluss auf einmal rasant nach oben geht. Ein Ereignis folgt aufs nächste und auf nächste und kaum habe ich noch einmal umgeblättert, wurden weitere fünf Geheimnisse gelüftet, mehrere Streitigkeiten und Versöhnung von sich getragen und zack – das Buch endet in einem riesigen Cliffhanger.
Auf den letzten 50 Seiten war ich so sehr damit beschäftigt, Ereignisse zu verarbeiten, dass die aufkommende Langeweile sofort verflogen ist und durch Neugierde, sowie Begeisterung ersetzt wurde. Ich hätte mir nur gewünscht, die Spannung hätte sich minimal mehr verteilt. Rückblickend finde ich, dass dieser Teil eher eine Vorbereitung auf die noch kommenden Teile darstellt, als ein gelungener Reihen-Start.
 

Fazit

Ein Buch, an das ich ohne jegliche Erwartung gegangen bin, das mich letztendlich aber sehr vom Hocker reißen konnte. Die Charaktere sind mir zwar noch nicht ganz zugänglich geworden, aber dafür folgen ja weitere Teile. Der Schreibstil ist ganz angenehm gewesen und die Handlung teilweise ein wenig langweilig. Das Ende war dahingegen sehr Action-Reich, was ein wenig schlecht verteil war, aber definitiv Lust auf Teil 2 macht.
 

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