Rezension | Morgan Moncomble „Never Too Close“

Übersetzt von: Ulrike Werner-Richter | 462 Seiten | Never #1 |  „Viens, on s’aime“ (Original) | 30.09.219 | LYX Verlag | 12,90€ | Hier kaufen
 
Anzeige, da Rezensionsexemplar
 
Inhalt
Wenn aus besten Freunden plötzlich mehr wird …
Seit sie gemeinsam in einem Aufzug eingeschlossen waren, sind Loan und Violette beste Freunde. Das zwischen ihnen ist vollkommen platonisch – zumindest bis jetzt. Denn als Violette beschließt, dass sie nicht länger Jungfrau sein will, ist es Loan, den sie bittet, ihr auszuhelfen. Schließlich vertraut sie niemandem so sehr wie ihrem besten Freund. Loan ist von der Idee zunächst alles andere als begeistert, doch schließlich willigt er ein. Es ist ja nur dieses eine Mal … oder?
 

Erster Satz

Ich sehe toll aus.

Meine Meinung

Als ich das Buch auf lesejury.de entdeckt habe, habe ich mich gleich für die Leserunde beworben. Das Cover hat mich gleich begeistert und auch der Klappentext hat mich direkt angesprochen. In der Leserunde wurde ich zwar nicht angenommen, aber das hat mich natürlich nicht davon abhalten lassen, das Buch trotzdem zu lesen.
 
Wir lernen Violette und Loan kennen, als sie auch das erste Mal aufeinander treffen. Ausgerechnet ein feststeckender Aufzug ist der Grund für den Beginn einer besten Freundschaft. Die beiden teilen (fast) jedes Geheimnis miteinander, haben den gleich Humor und sind füreinander da, wenn es dem anderem schlecht geht. Von außen könnte man meinen, die beiden wären ein Paar, doch für sie ist nur eine beste Freundschaft. Bisher.
 
Violette ist eine junge Studentin in Paris, die den Traum verfolgt, erfolgreiche Designerin zu werden. Sie ist ein wenig naiv, plappert gerne vor sich hin, ist manchmal etwas aufgedreht und war mir sehr sympathisch. Das kann ich gar nicht genauer begründen, aber ich habe ihren Charakter sehr gemocht. Loan, ihr bester Freund, ist ein liebervoller Feuerwehrmann, der stets für seine Freunde da ist. Er ist etwas verschlossener als Violette, aber nicht weniger sympathisch. Er ist sehr humorvoll und hat mir immer wieder ein Schmunzeln ins Gesicht zaubern können.
 
Geschrieben ist der Roman in der Ich-Form, abwechselnd aus den Perspektiven von Loan und Violette. Den Schreibstil fand ich ganz gut, trotz der hohen Seitenzahl bin ich durch die Seiten geflogen und wollte gar nicht mehr aufhören, zu lesen.
 
Die Handlung klang im Klappentext ganz witzig – Violette bittet ihren besten Freund, sie zu entjungfern.
Da kann man natürlich schon ahnen, auf was das ganze hinausläuft, was die Überraschungen etwas vorweg nimmt. Trotz seiner Vorhersehbarkeit fand ich das Buch an keinster Stelle langweilig und bin mit Freude in das Leben der französischen jungen Erwachsenen eingetaucht. Die Freundschaft zwischen Violette und Loan ist eine ganz schöne, die sich wohl jeder wünschen würde. Zumindest bis Violette ihn fragt, sie zu entjungfern. Das hat das Ganze etwas absurd gemacht, besonders durch Violettes Hauptgrund, warum es gerade jetzt geschehen müsse. Durch den Klappentext hätte ich natürlich wissen müssen, worauf genau ich mich da einlasse, etwas verrückt war es trotzdem.
Es gab einie Aufs und Abs, die in meinen Augen etwas klein gehalten worden sind oder zu gehäuft auftraten. Ich hatte auf einen großen Knall gehofft, der eine Art Wendepunkt darstellt oder ähnliches. Aber leider hatte ich relativ viele eher flachere Höhepunkte, die natürlich auch nicht schlecht waren.
Insgesamt habe ich mich in der Atmosphäre dieser Welt einfach wahnsinnig wohl gefühlt – die Freundschaft aller Charaktere ist unglaublich schön und an einigen Stellen hätte ich mir gewünscht, mit ihnen auf der Couch zu sitzen und Filme zu schauen.
 

Fazit

Ein wunderschönes Buch über Freundschaften, Liebe, Vertrauen und Verrat – alles in der wunderschönen Atmosphäre von französischen jungen Erwachsenen vereint. Ich habe mich in der etwas verrückten Geschichte mit ihren interessanten Charakteren sehr wohl gefühlt, auch wenn ich kleine Kritikpunkte habe. Ich freue mich schon, nächstes Jahr wieder in den Freundeskreis eintauchen zu dürfen und den 2. Teil zu lesen.

Vielen Dank an den LYX Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!

6 Kommentare bei „Rezension | Morgan Moncomble „Never Too Close““

  1. Hallo Lara,

    der Klappentext hat mich total angesprochen. Es ist echt spannend zu lesen, wie aus einer engen Freundschaft Liebe entsteht, jedoch ist es schon Schade, dass es etwas absurd war. Ich bräuchte auch einen richtigen Grund, um diese Entscheidung nachzuvollziehen. Vielen Dank für deine Rezension! Ich schaue mir das Buch unbedingt bald genauer an 🙂

    Liebe Grüße
    Emily

    1. Ich habe mir an einigen Stellen zwar nur „warum?“ gedacht, aber schlecht fand ich das Buch ja dennoch nicht. Vielleicht kann es dich ja auch fesseln 🙂

  2. Hallo Lara,
    schöne Rezension, jetzt hast du mich neugierig gemacht! 🙂 Das Buch klingt wirklich interessant und auch witzig; den Titel behalte ich mir auf jeden Fall mal im Kopf, der nächste Besuch in der Buchhandlung kommt ja immer. 😉

    Alles Liebe
    Tessa

    1. Kann ich nur empfehlen! 🙂

  3. Liebe Lara,
    es freut mich, dass dir das Buch gefallen hat, und ich kann deine Argumentation absolut nachvollziehen. Mir hat das Buch ab der Hälfte leider nicht mehr gefallen, nachdem ich gemerkt habe, wie manipulativ die Autorin Worte benutzt. Es wird einem das Denken einfach total abgenommen: Violette ist der Sonnenschein, Clément der Rüpel ohne Manieren und Loan der Held. Kategorisch werden sie in Schubladen gesteckt und dabei übersieht man schnell so manch fragwürdiges Verhalten.
    Mich hat zB total gestört, wie abstoßend Violette die Untreue ihrer Mutter findet. Sie verabscheut Fremdgehen, betrügt Clément aber selbst. Irgendwie war da für mich der Wurm drin …
    Alles Liebe
    Janika

    1. Ach das ist ja spannend! Das ist mir beim Lesen gar nicht aufgefallen, da wurde ich wohl erfolgreich eingehüllt und in eine Richtung gelenkt 😀
      Aber ehrlich, wow, das wäre mir ohne deinen Hinweis tatsächlich nicht aufgefallen. Rückblickend kann ich es aber schon erkennen. Hm, das ist wirklich spannend. Da werde ich vielleicht (vermutlich schaffe ich es beim Lesen eh nicht) bei den nächsten Büchern auch mal drauf achten!

Schreibe einen Kommentar