Rezension | Anne Freytag „Mein Leben basiert auf einer wahren Geschichte“

416 Seiten | Einzelband | 27.05.2019 | Heyne fliegt | 16,00€ | Hier kaufen
 
Anzeige, da Rezensionsexemplar

Inhalt

Rosa und Frank begegnen sich am anderen Ende der Welt. Durch Zufall oder weil es so sein soll. Sie sind sich ähnlich und doch grundverschieden – Rosa widersprüchlich, Frank ruhig. Zusammen sind sie nicht nur weniger allein, sondern ziemlich nah dran an vollständig. Sie beschließen, gemeinsam weiterzureisen und einen alten Camper zu kaufen. Doch dann taucht unerwartet Franks bester Freund David auf, und mit ihm ändert sich alles. Sind drei einer zu viel oder hat genau er noch gefehlt? Diese Frage stellt sich immer wieder, während sie zu dritt Tausende Kilometer durch Australiens unendliche Weite fahren, vor ihnen nur der Horizont, über ihnen nichts als Himmel und zwischen ihnen mehr, als Worte je beschreiben könnten.
 

Erster Satz

Es ist noch gar nicht so lange her, da war Rosa nur eine Farbe und David mein bester Freund.

Meine Meinung

Dass ich das neue Buch von Anne Freytag unbedingt lesen musste, war sofort klar. Ich habe ihre anderen Bücher über alles geliebt und war sehr gespannt auf das neue Abenteuer.
 

Dieser Moment ist wie kurz vor einem Kuss

Seite 86
 
Die Protagonisten schleppen alle drei ihr eigenes Päckchen mit sich herum, das sich langsam immer mehr löst. Rosa war mir gleich sympathisch. Andere sagen über sie, dass sie jedem gefällt, ohne gefallen zu wollen. Teilweise wird sie als ein wenig jungenhaft beschrieben, aber dennoch bricht sie überall Herzen. Ohne es zu merken natürlich. Hinter ihrer „ist mir alles egal“-Fassade verbirgt sich ein ganz weicher Kern, der zum Glück auch oft zum Vorschein kommt. Ich habe Rosa super verstehen und nachvollziehen können, weswegen ich sie vermutlich auch so sehr mochte. Frank und David im Gegensatz haben bei mir Achterbahnfahrten von Gefühlen ausgelöst. Zunächst mir Frank super sympathisch. Ein wenig schüchtern und zurückhaltend, aber irgendwie süß. David dahingegen war mir anfangs eher unsympathisch. Das hat sich im Laufe des Buches dann öfter mal gewechselt, aber als ich die letzte Seite umgeschlagen habe, fand ich alle drei ganz wunderbar. Genauso wie die außergewöhnliche Verbindung zwischen den dreien.
 

Und dann sagte ich mir, dass ich alles in mich aufnehmen muss, jedes einzelne Wort und jede Sekunde, weil es irgendwann vorbei sein wird, weil das hier nur auf Zeit ist.

Seite 237
 
Der Roman ist in der Ich-Form, abwechselnd aus Rosas, Franks und Davids Perspektive geschrieben. Der Schreibstil gefällt mir noch immer wahnsinnig gut. Es fühlt sich an, als wäre ich mit den dreien durch das australische Outback gefahren. Und gleichzeitig hat Anne Freytags Stil irgendwie einen Hauch von Poetik, was mir wahnsinnig gut gefallen hat.
 

So schaffte ich es über Jahre, ein Spiel zu verlieren, in dem ich eigentlich der Beste war.

Seite 256
 
Ich weiß gar nicht, was ich zur Handlung sagen soll und ich sitze auch schon sehr lange an dieser Rezension.
Hin und wieder habe ich mich gefragt, wo das ganze hinführen soll und war zeitweise auch ziemlich verwirrt. Anfangs dachte ich, eine nervende Dreiecks-Liebes-Geschichte ist im Anmarsch, aber das ist zum Glück nicht passiert. Oder irgendwie auch schon.
Ich kann es wie gesagt gar nicht genau definieren, gerade weil die Erlebnisse der Protagonisten in Australien gar nicht wirklich im Vordergrund standen.
Es geht viel mehr um die Charaktere und ihre Verbindung zueinander. Aber gleichzeitig geschehen ganz normale Dinge, die wohl jeder junge Erwachsene auf einer Australien-Reise nach dem Abitur erleben würde. Es passieren nicht die ausgefallensten Sachen, aber trotzdem sind es Dinge, die die Protagonisten für immer prägen werden.
Es war wahnsinnig authentisch und ich habe mich im Nachhinein noch lange gefragt, ob diese Geschichte nun wirklich passiert ist.
 

Es heißt, ein Mensch kann dein Leben verändern. Bei mir waren es zwei.

Seite 356
 

Fazit

Eine Geschichte, in der ich mich wahnsinnig wohl und berührt gefühlt habe. Der Schreibstil hat mich fasziniert und die Verbindung zwischen den drei Protagonisten hat mich nach anfänglicher Verwirrung absolut in ihren Bann ziehen können. Ich glaube, ich habe ein neues Sommer-Lieblings-Buch gefunden.
 

Vielen Dank an das Bloggerportal und den Heyne Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!

6 Kommentare bei „Rezension | Anne Freytag „Mein Leben basiert auf einer wahren Geschichte““

  1. Ahoi Laura,

    das Buch ist ja zur Zeit sehr präsent… überhaupt, Anne Freytag! Ich muss gestehen, von ihr noch gar nichts gelesen zu haben. Ein Mund voll ungesagter Dinge würde mich aber eigentlich reizen… hmm, mal sehen 🙂

    Sonnige Grüße, Mary <3
    marys-buecherwelten.blogspot.com

    1. Oh, du musst unbedingt mal etwas von ihr ausprobieren!

  2. Hallo Lara,
    das Buch sieht man in letzter Zeit ja überall auf Instagram und auf ziemlich vielen Blogs.
    Obwohl ich unbedingt bald mein erstes Buch von Anne Freytag lesen möchte, was auch Zeit wird, spricht mich der Klappentext nicht so ganz an. Ich kann mir vorstellen, dass es dich begeistern konnte, was man deinem Post gut entnehmen kann, aber ich werde wahrscheinlich erst einmal mit einem anderen Buch von Anne Freytag anfangen.
    Vielleicht greife ich später ja doch noch zu diesem hier 🙂

    Liebe Grüße
    Emily

    1. Die anderen von ihr sind auch super, ich kann dir auch sehr „Den Mund voll ungesagter Dinge“ empfehlen!

  3. Hey liebe Laura

    Das klingt wirklich spannend und ich finde es besonders schön, dass du hier aufgezeigt hast, welchen Prozess du beim Lesen durchgemacht hast. Das ist immer sehr spannend.

    Das Buch steht schon auf meiner Wunschliste, vorher wird aber der SuB abgebaut, langsam aber sicher muss ich konsequent sein mit mir 😉

    Alles Liebe an dich
    Livia

    1. Oh das Problem kenne ich 😀

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