Rezension | Benedict Wells „Fast Genial“

336 Seiten | Einzelband | 01.05.2013| Diogenes Verlag| 12,00€ | Hier kaufen

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Inhalt

Francis, knapp achtzehn, wohnt mit seiner alleinerziehenden Mutter in einem heruntergekommenen Trailerpark in New Jersey und sieht sein Leben schon dort enden. Bis zu dem Tag, an dem er die Wahrheit über seine Zeugung erfährt. Offenbar verdankt er seine Existenz einem absurden Experiment, an dem seine Mutter damals teilgenommen hat. Sein Vater ist zudem kein Versager, der die Familie im Stich ließ, sondern ein genialer Wissenschaftler aus Harvard. Eine Begegnung mit ihm könnte Francis‘ Leben verändern. Zusammen mit seinem besten Freund Grover, einem verschrobenen Superhirn, und dem Mädchen seines Herzens, der labilen, unberechenbaren Anne-May, macht er sich auf eine Reise quer durchs Land zur Westküste, um seinen Vater zu finden. Francis will wissen, wer er ist, und zu verlieren hat er nichts – oder doch? Ein dramatischer Erkundungstrip mit immer neuen Wendungen und einem im wahrsten Sinn atemberaubenden Showdown.

Erster Satz

Ich werde fliehen!“

Meine Meinung

Von Benedict Wells habe ich so viel gutes gehört, dass ich mir nun ein eigenes Bild von ihm machen musste. Ich bin dennoch mit gemischten Erwartungen an das Buch heran gegangen, da es sich nicht in meinen üblichen Genres befindet.

Francis ist gerade 18 Jahre alt, wirkt in vielen Sichten aber deutlich älter. Er lebt mit seiner Mutter zusammen, die an einer psychischen Erkrankung leidet, was ihn schnell zu einer Selbstständigkeit gezwungen hat. In anderen Dingen, wie zum Beispiel den Erfahrungen mit Frauen, ist er vielleicht noch nicht so weit, wie seine Mitschüler. Er wusste nie, wer sein Vater war, doch nun weiß er, dass er ein Genie gewesen sein muss und begibt sich auf die Suche nach ihm.
Ich wusste anfangs nicht so ganz, was ich mit Francis anfangen soll. Mag ich ihn? Finde ich ihn seltsam? Ist er mir sympathisch? Vermutlich etwas von allem, so ganz sicher bin ich mir auch nach dem Buch nicht, er ist auf jeden Fall ein sehr interessanter Charakter. Genauso seine Reise-Begleitung: sein bester Freund Grover und Anne-May, ein Mädchen, das er gerade erst kennen gelernt hat.

Der Schreibstil von Benedict Wells hat mir unglaublich gut gefallen. Zunächst hatte ich kleine Start-Schwierigkeiten und musste mich erst einmal wirklich einlesen, aber nach wenigen Seiten war ich gefesselt und konnte das Buch gar nicht mehr weglegen. Ich kann gar nicht genau bestimmen, woran es lag, aber die Erzählweise hat mich wirklich faszinieren können.

Die Handlung erinnert mich rückblickend ein wenig an Tschick, was aber eigentlich nur am Roadtrip-Feeling liegen kann. Insgesamt hat sie mich total begeistern können, wobei es nicht wirklich darum ging, was eigentlich passiert, sondern viel mehr um die Charaktere und ihr Miteinander. Und das wurde auch nie langweilig und hat mir wahnsinnig gut gefallen. Mein wohl einziger Kritikpunkt wäre wohl das Ende, das ziemlich offen ist, was wiederum total gut zur Geschichte passen würde.

Fazit

Eine wunderschöne Geschichte über drei Teenager auf der Suche nach sich selbst, die besonders durch den fesselnden Schreibstil überzeugen konnte.

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