Rezension | Jodi Ellen Malpas „Bis wir eins sind“

348 Seiten | Einzelband |  „The Forbidden“ (Original) | 03.09.2018 | Harper Collins Verlag| 9,99€ | Hier kaufen
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Inhalt

Ein Blick, eine Berührung, ein verzehrendes Feuer. Und er fühlte es auch. Was folgte, war eine Nacht ohne Hemmungen, ohne Versprechungen, ohne Gedanken an den Morgen. Danach würden wir uns nie wiedersehen. Doch wenig später steht Jack wieder vor mir – neben ihm seine Ehefrau. Und plötzlich bin ich die Andere, die Geliebte. Das wollte ich nie! Aber wir können uns einfach nicht voneinander lösen, egal, wie falsch es ist. Doch kann es für eine verbotene Liebe eine Zukunft geben?

Erster Satz

Ich kicke die Berge von Post auf dem Parkett aus dem Weg, während ich einen Karton auf dem Armen balanciere.

 

Meine Meinung

Vor einer Weile habe ich bereits „Mit allem, was ich habe“ von Jodi Ellen Malpas gelesen, was mir wirklich gut gefallen hat, weswegen ich gleich auf ihr neues Buch aufmerksam geworden bin. Der Klappentext verrät wahnsinnig wenig, was mich super neugierig gemacht hat. Dazu muss ich sagen, dass ich gerade merke, dass der Text auf dem Buch deutlich weniger verrät!

 

Annie ist Architektin und arbeitet mittlerweile sogar selbstständig. Sie versinkt nahezu in ihrer Arbeit und gibt sich ihr mit aller Leidenschaft wieder, ohne sich groß um ihr Privatleben zu kümmern. Dennoch schafft sie es hin und wieder mit ihren besten Freunden etwas zu unternehmen, für Männer scheint aber zunächst keinen Platz zu sein. Annie war mir gleich sympathisch, auch wenn wir zwei komplett unterschiedliche Menschen sind. Schön fand ich, dass sie in diesem Buch viel Zeit mit ihren Freunden verbracht hat. Das geht in Büchern total schnell verloren, sobald sich die Liebesaffäre anbahnt, was ich ziemlich schade fände. Von Jack erfährt man erst mit der Zeit neues. Er ist sehr geheimnisvoll und leidenschaftlich, vielleicht auch ein wenig impulsiv. Vielleicht (sehr wahrscheinlich) habe ich mich auch ein kleines bisschen in ihn verliebt…

 

Der Schreibstil hat mir wahnsinnig gut gefallen, er ließ sich wirklich leicht und flüssig lesen. Außerdem hat die Autorin die Leidenschaft und Anziehungskraft zwischen den beiden Protagonisten wirklich sehr schön herüber bringen können. Ich war ganz gefesselt und auch emotional eingespannt.

Weil er gesagt hat, sollte uns das Schicksal jemals wieder zusammenführen, würde er nicht weggehen.

Seite 161

Der Inhalt hat mir sehr zusagen können! Ich versuche, nicht zu spoilern und erzähle nur so viel, wie der Klappentext verrät. Ich muss zugeben, dass mir diese Fremdgeh-Geschichten nicht zu 100% gefallen, ich hatte auch Sorge, dass es ein ewiges Hin und Her geben würde. Es gab tatsächlich ein Hin und Her (natürlich), aber das ist mir tatsächlich gar nicht negativ aufgefallen. Die Handlung drumherum hat mich einfach zu sehr begeistern können! Die Spannung und das Prickeln zwischen Annie und Jack ist absolut in mich über gegangen, mir wurde das Herz gebrochen und wieder zusammengeklebt!

 

Achtung, Spoiler! Text anklicken, um gespoilert zu werden.

Ich finde das angesprochene Thema von gewalttätigen Frauen und emotionalem Missbrauch auch super wichtig. Jacks Frau schlägt/kratzt ihn und bei einem Trennungsversuch seinerseits setzt sie ihn emotional so unter Druck, dass er sich nicht trennen „kann“. Es ist super wichtig, auch diese Sicht auf gewalttätige Ehen zu haben und nicht nur davon auszugehen, dass der Mann derjenige ist, der missbraucht. Gerade der emotionale Missbrauch von Stephanie, Jacks Frau, wird oft als unwichtig abgestempelt. Aber Drohungen wie „Verlasse mich und ich bring mich um“ sind seelischer Missbrauch, der auch in Teenager-Beziehungen nicht selten ist! Das hätte die Autorin meiner Meinung auch gerne noch deutlicher machen können.

Fazit

Ein sehr schönes Buch über eine Verbundenheit, die gar nicht sein dürfte. Die Charaktere sind mir schnell ans Herz gewachsen und die Handlung hat mich emotional wirklich mitreißen können, gerade durch ganz wichtige Themen.
Ein großes Dankeschön an den Harper Collins Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!

2 Kommentare bei „Rezension | Jodi Ellen Malpas „Bis wir eins sind““

  1. Hallo Lara,

    ich freue mich, dass dir das Buch aus so gut gefallen hat. Ich fand es auch richtig gut, dass die Autorin das Thema häusliche Gewalt anders rum eingebracht hat. Die Allgemeinheit geht davon aus, dass der Mann der Täter ist und die Frau das Opfer, aber wie oft so was anders rum passiert, ist oft nicht klar. Mir war dies zwar schon bewusst, aber nach dem lesen habe ich noch mal recherchiert und war erschrocken über das Ergebnis.
    Umso wichtiger, dass dieses Thema auch in Büchern vorkommt.

    Liebe Grüße
    Tanja

    1. Das Thema wird in meinen Augen auch viel zu selten in den Medien anschaulich dargestellt. Es muss ja nicht gleich gechlagen und getreten werden, auch dieser emotionale Missbrauch ist schon super schlimm. Ich fands echt gut und wichtig, dass die Autorin das mit rein gebracht hat 🙂

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