Rezension | Colleen Hoover „It Ends with us“

384 Seiten | Einzelband | Englisch | Contemporary | 02.08.2016 | Simon and Schuster | 8,99€ | Hier kaufen
 

Inhalt

Sometimes it is the one who loves you who hurts you the most.
Lily hasn’t always had it easy, but that’s never stopped her from working hard for the life she wants. She’s come a long way from the small town in Maine where she grew up—she graduated from college, moved to Boston, and started her own business. So when she feels a spark with a gorgeous neurosurgeon named Ryle Kincaid, everything in Lily’s life suddenly seems almost too good to be true.
Ryle is assertive, stubborn, maybe even a little arrogant. He’s also sensitive, brilliant, and has a total soft spot for Lily. And the way he looks in scrubs certainly doesn’t hurt. Lily can’t get him out of her head. But Ryle’s complete aversion to relationships is disturbing. Even as Lily finds herself becoming the exception to his “no dating” rule, she can’t help but wonder what made him that way in the first place.
As questions about her new relationship overwhelm her, so do thoughts of Atlas Corrigan—her first love and a link to the past she left behind. He was her kindred spirit, her protector. When Atlas suddenly reappears, everything Lily has built with Ryle is threatened.

Erster Satz

As I sit here with one foot on either side of the ledge, looking down from twelve stories above the streets of Boston, I can’t help but think about suicide.

Meine Meinung

Ich habe mir das Buch kurz nach Erscheinen gekauft, weil ich ein totaler Colleen Hoover Fan bin, den Klappentext hatte ich mir nie durch gelesen. Als das Buch dann in meinem Regal stand und ich auch mal neugierig auf den Inhalt wurde, war ich relativ abgeneigt. Für mich hörte sich das ganze nach einer typischen Dreiecks-Liebesbeziehung an, auf die ich wirklich gar nicht stehe. Und so stand das Buch eine ganze Weile ungelesen in meinem Regal, bis ich es mir jetzt vorgenommen habe und so viel will ich schon mal sagen: Es ist keine typische Dreiecks-Liebesgeschichte.

There is no such thing as bad people. We’re all just people who sometimes do bad things.

Lily ist eine junge Frau, die gerade ihr College abgeschlossen und nun mitten im Leben steht. Trotz einer unschönen Vergangenheit, hat sie den Lebensmut nicht verloren und sieht positiv in ihre Zukunft. Sie war mir direkt sympathisch, auch wenn ich mich nicht mit ihrer Situation identifizieren konnte. In Ryle habe ich mich gleich auf den ersten Blick verliebt, obwohl er eine so direkte und vielleicht auch unhöfliche Art hat.

Naked truths aren’t always pretty.

Der Roman ist in der Ich-Form aus Lilys Sicht verfasst worden und der Schreibstil gefällt mir einfach unglaublich gut. Ich habe einige Bücher der Autorin bereits auf deutsch gelesen, bin dann aber vor zwei Büchern auf das englische umgeswitcht und das Englisch ist wirklich sehr schön und leicht zu lesen, auch wenn man kein Muttersprachler ist.

I feel like everyone fakes who they really are, when deep down we’re all equal amounts of screwed up. Some of us are just better at hiding it than others.

Jetzt habe ich meine Gefühle zu dem Inhalt so lange zurück gehalten und so lange gerätselt, wie ich das ganze Spoiler-Frei gestalten kann und ich habe immer noch keine klaren Sätze im Kopf.

Der Inhalt ist in zwei Teile geteilt. Beide spielen in der Gegenwart, doch im ersten Teil liest Lily hin und wieder ihre alten Tagebucheinträge, sodass Teile der Geschichte doch in der Vergangenheit spielen. Die Idee, den Charakter Tagebucheinträge lesen zu lassen, fand ich sehr schön. So waren die Rückblicke zeitlich geordnet und die Gefühle und Gedanken von Lily kamen noch viel mehr zur Geltung, was ich sehr mochte. Im zweiten Teil sind die Tagebucheinträge abgeschlossen und die Handlung läuft nur noch in der Gegenwart ab.

It stops here. With me and you. It ends with us.

Die Handlung hat mich mit ihrer Ernsthaftigkeit sehr überraschen können, da ich bisher keine Rezension zu dem Buch gelesen habe und aus dem Klappentext auch nicht schnell genug schlussfolgern konnte. Hoover schreibt natürlich immer sehr emotionale Bücher, aber gerade bei diesem kam es mir eine Spur ernsthafter, schonungsloser und heftiger vor. Und ab diesem Punkt kann ich nicht mehr ohne zu spoilern, also…

 

*Vorsicht Spoiler*

Schon gleich zu Anfang erfährt der Leser, dass Lilys Vater seine Frau geschlagen, missbraucht und vergewaltigt hat, was mich ziemlich mitgenommen hat. Gerade die Tagebucheinträge aus genau dieser Zeit haben mir eine Gänsehaut bereitet. Dass Ryle schließlich auch gewalttätig wird, habe ich ehrlich gesagt nicht kommen sehen, sodass es mir wirklich das Herz zerrissen hat. Ich habe ja bereits geschrieben, dass Ryle von Anfang an mein Herz eingenommen hat. Nach den ersten „Ausrutschern“ war diese Schwärmerei meinerseits natürlich vorbei, aber mit anzusehen, wie Lily einfach nicht von ihm los kommt, hat mich wirklich mitgenommen. Nicht nur, weil sie so eine liebenswerte Protagonistin war, sondern weil ich weiß, dass häusliche Gewalt in vielen Familien zum Alltag gehört und Hoover dem Leser das ganze wirklich ungeschönt und schonungslos dargestellt hat. Ich habe wirklich verstehen können, warum Menschen sich nicht von gewalttätigen Partnern trennen können, obwohl jeder im Umfeld doch ganz leicht sagen kann „Geh doch einfach“. Und weil dieses Buch so hart ehrlich war, hat es mich wirklich emotional mitgerissen. Da hat mir das nicht so Happy-End auch sehr gut gefallen. Ich war wirklich stolz auf Lily, die die Scheidung einreicht und ich war mit der Handlung insofern zufrieden, dass Atlas und Lily nicht gleich ein Paar werden. Was mir nach den letzten Seiten allerdings noch einmal den Boden unter den Füßen weggerissen hat, sind die Anmerkungen der Autorin. Diese sagen nämlich, dass Colleen Hoover selbst Erfahrungen mit häuslicher Gewalt machen musste, was mir wirklich schrecklich leid tut. Ich finde es gut, dass sie mit so einem Buch die Aufmerksamkeit auf dieses Thema lenkt und zeigt, was hinter geschlossenen Türen alles passieren kann.
*Spoiler Ende!*

 

Fazit

Dieses Buch hat mir das Herz gebrochen, sodass ich nur noch in Embryo-Stellung in die Arme von meinem Freund wollte. Ich habe mich in die Charaktere verliebt, mitgefiebert und mitgeweint. Ich würde behaupten, dieses Buch ist das ehrlichste Buch von Colleen Hoover, das mir Glücksmomente und Tränen bereiten konnte. Es war etwas ganz anderes, als erwartet, aber es hat mich wie erwartet begeistern und schockieren können.

 

Liebst, Lara

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