Rezension | Steven Herrick „Wir beide wussten, es war was passiert“

208 Seiten | Einzelband | „The Simple Gift“ (Original) | Jugendroman/Liebe  | 15.07.2016 | Thienemann Verlag | 14,99€ | Hier kaufen

Inhalt

… und wie ich mich abmühte, selbstsicher zu erscheinen. Und er antwortete: Ja, toll. Und ich sagte auch: Toll. Und danach machte ich mich wieder ans Wischen und versuchte zu wirken, als wenn nichts passiert wär, obwohl wir beide wussten, es war was passiert. 
Eine poetische Geschichte vom und zum Verlieben, übersetzt von Uwe-Michael Gutzschhahn.

Erster Satz

Zum ersten Mal erweist sich meine Schultasche als äußerst nützlich.

Meine Meinung

Ich bin wegen des einfachen Covers auf das Buch aufmerksam geworden, schlicht und sagt nicht viel aus. Der Titel ist da im Vergleich zum minimalistischen Cover sehr auffällig lang. Ich hatte keine Ahnung, was mich erwartet, vor allem auch weil der Klappentext nichts verraten hat.
Billy haut von zu Hause ab und lebt (fast) ohne Geld auf der Straße gemeinsam mit dem Old Billy, als er auf das junge, reiche Mädchen Caitlin trifft. Ich habe mich mit Billy nicht wirklich identifizieren können, aber ich mochte ihn wohl. Caitlin fand ich ganz schön, ihre zwei Seiten, aber insgesamt ist sie wirklich eine herzensgute.
Der Roman ist in einer sehr besonderen Schreibweise verfasst worden. Es ist sehr poetisch, in Gedichtform verfasst worden und anfangs sehr gewöhnungsbedürftig, aber ich mag so etwas total gerne. Insgesamt haben mir teilweise die Gefühle ein wenig gefehlt, es war stellenweise sehr trocken geschrieben, aber gleichzeitig hat es mir auch verschiedenste Gefühle wecken können.
Die Geschichte ist total interessant, ein Jugendlicher, der von zu Hause abhaut und mit einem anderen Obdachlosen in einem alten Zugwaggon lebt. Es war etwas ganz anderes, aber total spannend irgendwie. Ich konnte das Buch nicht weglegen und habe alles in einem Rutsch gelesen, aber irgendwie fehlte mir teilweise auch ein wenig die Emotion, wie bereits erwähnt. Es fehlt mir einfach teilweise die Tiefe. Das Ende ist wirklich sehr schön, vor allem die Charakterentwicklung von Old Billy hat mir wirklich sehr gut gefallen. Da merkt man, was ein einziger Mensch so alles bewirken kann.

Fazit

Ein wahrhaft außergewöhnlicher Roman mit einem poetischen Schreibstil, der teilweise ein wenig mehr Emotionen vertragen hätte können. Es war interessant und ich hätte gerne noch ein paar mehr Seiten über Billy gelesen, aber wahnsinnig berauschend ist es leider auch nicht gewesen.

Liebst, Lara

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