Rezension | Antonia Michaelis „Der Märchenerzähler“

448 Seiten | Einzelband |Jugendroman | 01.09.2013 | Oetinger Verlag | 16,95€ | Hier kaufen

Inhalt

Abel Tannatek ist ein Außenseiter, ein Schulschwänzer und Drogendealer. Wider besseres Wissen verliebt Anna sich rettungslos in ihn. Denn es gibt noch einen anderen Abel: den sanften, traurigen Jungen, der für seine Schwester sorgt und der ein Märchen erzählt, das Anna tief berührt. Doch die Grenzen zwischen Realität und Phantasie verschwimmen. Was, wenn das Märchen gar kein Märchen ist, sondern grausame Wirklichkeit? Was, wenn Annas schlimmste Befürchtungen wahr werden?

Erster Satz

Blut.

Meine Meinung

Das
Buch wurde mir von gefühlt allen Seiten empfohlen, bis ich es mir
schließlich als E-Book gekauft und auf den Reader verbannt habe.
Mittlerweile ist es das Buch gewesen, welches am längsten auf meinem
SuB lag, weswegen ich es nun endlich lesen musste. Das Cover hätte
mich ehrlich gesagt eher weniger angesprochen.
Anna
steckt mitten in ihren Abitur Vorbereitungen, lebt aber mehr in ihrer
eigenen Welt. Hätte ich ihr Alter nicht relativ zum Anfang erfahren,
hätte ich sie locker 5 Jahre jünger geschätzt. Sie ist noch sehr
kindlich, was nicht mit ihren mangelnden Erfahrungen mit Jungs zutun
hat. Sie lebt wie gesagt eher in ihrer eigenen Blase, wie sie es
selbst nannte. Mir fehlten dann und wann ein paar Verbindungspunkte
zu ihr, da wir uns doch arg unterscheiden, doch ich hatte sie sehr
gern. Wie eine kleine Schwester vielleicht. Abel hingegen konnte ich
absolut nicht einschätzen. Er verrät kaum etwas über sich und ist
insgesamt kein Mensch, der viele Emotionen zeigt.
Der
Roman ist in der Erzählersicht verfasst worden, ich glaube es
handelt sich sogar um einen allwissenden Erzähler, aber zu 100%
sicher bin ich mir auch nicht. Die Perspektiven wechseln zumindest
hin und wieder. Der Schreibstil hat mir allerdings überraschend gut
gefallen. Er hat irgendwie etwas poetisches, wobei das vermutlich
mehr ein Gefühl meinerseits ist, als dass es der Wahrheit
entspricht.
Der Einstieg ist mir
nicht wirklich leicht gefallen, aber auch nicht sehr schwer. Ich
wurde schon vorgewarnt, dass man sich eher langsam heran tasten und
nichts zu einfaches erwarten solle. Mit dem Gedanken im Hinterkopf
habe ich mich also relativ konzentriert an das Buch gewagt und konnte
nach dem etwas durchwachsenem Start gar nicht mehr aufhören, es zu
lesen. Das Märchen, das Abel seiner kleinen Schwester schreibt und
vorliest ist wirklich sehr schön geschrieben und ebenso schön, wie
schaurig anzuhören. Dass es immer mehr mit der Realität
verschmilzt, wird immer deutlicher, was das ganze wirklich noch
schauriger macht. Die Realität ist nämlich nicht weniger düster,
als das Märchen und die Geschichte, die die Autorin hier erzählt,
ist ebenso realistisch wie hart.
Die ganze Zeit über
wusste ich nicht, wem ich eigentlich vertrauen kann und was denn nun
die Wahrheit ist. Die Wahrheit ist viel verstrickter, als es zunächst
scheint und immer wieder kommt ein kleines bisschen mehr an die
Oberfläche, was nur noch mehr Fragen aufwirft. Vor allem zum Ende
hin wird es immer krasser und schließlich konnte ich auch die Tränen
nicht mehr zurückhalten.
So oft wollte ich am
liebsten in die Seiten springen, alle einmal anschreien und dann
versuchen, das ganze zu lösen.

Fazit

Ich weiß nicht, was ich erwartet habe, aber jegliche Erwartung wurde nach 20 Seiten über den Haufen geworfen. Ich war gefesselt und bin überrascht und schockiert über den Inhalt. Ich bin restlos begeistert und weiß nicht, warum ich so lange mit dem Lesen gewartet habe und finde gar nicht die richtigen Worte für meine Gefühle. Auf jeden Fall lässt
dieses Buch mich so schnell nicht mehr los, das weiß ich schon
jetzt.

Liebst, Lara

3 Kommentare bei „Rezension | Antonia Michaelis „Der Märchenerzähler““

  1. Liebe Lara

    Dieses Buch habe ich auch geliebt und beim Lesen ein ähnliches Chaos der Gefühle erlebt, wie du jetzt.

    Ganz liebe Grüsse dir
    Livia

  2. Eine tolle Rezension! Bei mir steht das Buch noch auf der Wunschliste 🙂

    Liebe Grüße
    Emmi

  3. Das Buch fand ich damals genauso toll. Ich müsst es mal wieder aus dem Regal kramen. Du machst mir richtig Lust drauf 😀

    Sara ♥

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